Wir atmen Stimmungen aus und ein

Studie des Max Planck Institut Mainz beweist: Wir atmen Stimmungen

Kino Filme am Duftprofil der Zuschauer entschlüsseln

Ein Bekannter von mir, Dr. Jonathan Williams, erforscht mit seinem Team sonst die Veränderung der Luft z.B. über dem Regenwald oder dem Meer, um Rückschlüsse über große globale Öko-Systeme zu ziehen. Der Atem unserer Erde oder eben die flüchtigen Verbindungen von Luftbestandteilen könnte man es nennen.

Als wir uns vor einem Jahr zum ersten mal trafen, erzählte von einem „kleineren“, doch für meine Arbeit hoch relevanten Experiment: Die Luft in Kinos wollte er messen. Seine These war, dass es messbar sein muss, wie Menschen „riechen“, wenn ein Film betrachtet wird.

Spannung oder Humor, Verfolgungsjagd oder Romanze

Seine Ergebnisse liegen nun in Form einer Studie vor. Und siehe da, er hat recht behalten. An den Grafiken der Messgeräte ist nicht nur erkennbar, welcher Film betrachtet wird, sondern sogar welche Szene.

Er setzt dabei den CO2 Ausstoß, also den Atem in Relation zu den gemessenen Molekülen und schließt daraus, dass wir nicht nur mit den Drüsen am sondern auch mit den Lungen in der Lage sind Duft abzusondern. Wenn in den „Hungergames“ Filmen scharf geschossen wird duften wir so, als wären wir selbst auf der Flucht. Wenn in „Buddy“ ein Schutzengel Blödsinn macht, duften wir tatsächlich „amüsiert.“

Ganz nebenbei lassen die gemessenen „Chemikalien“ sogar Rückschlüsse auf die Körpertemperatur zu, denn bei Action- und Liebesszenen wurden mehr Kosmetikstoffe in der Luft gemessen, weil die Betrachter wärmer wurden.

Meine Rückschlüsse daraus

Wir sind im unsichtbaren Dialog miteinander. Jonathan Williams „beweist“, dass wir über unsere Drüsen (und Lungen?) jederzeit formulieren, wie wir in einer Situation emotionell beteiligt sind. Die Nase ist also, wie ich es immer wieder bemerke, dass einzige Organ, auf das im zwischenmenschlichen Dialog verlass ist. Auge und Ohr werden, wie eben im Kino, gern betrogen. Mimik, Gestig und Klang der Stimme sind bekannte Werkzeuge „um etwas zu erreichen.“ Doch das, was uns ein lebendiges Gegenüber in einem zwischenmenschlichen Dialog wirklich sagen möchte erfahren wir ungefiltert durch die Nase.

Eine spannende Studie und hier (klick) kann man diese vollständig lesen.