Anderer Ansatz, Duft und Geruch zu beschreiben

Es gibt viele Sprachen des Dufts

Jäger und Sammlerstamm der Maniq kennen eine hoch qualifizierte, zweidimensionale Sprache des Dufts.

Hirn

Vor ein paar Monaten gab es eine Veröffentlichung, mit der Forscher bewiesen haben wollten, dass mit 15 Wörtern die Welt des Dufts vollständig beschrieben werden kann. Ich war skeptisch (hier zu lesen) und konnte nicht so recht erklären warum. Anhand einer anderen Studie leuchtet mir nun ein, warum ich den Ansatz aus dem letzten Herbst nicht plausibel fand: Er ist nicht lebensnah. Duft und Geruch indes ist ausschließlich dicht am Leben.

Hier nun eine, wie ich finde, menschennahe herangehensweise.

Die beiden Forscherinnen Ewelina Wnuk und Asifa Majid vom Max Planck Institut Nijmegen, forschten über die Fomulierbarkeit von Duft- und Geruchseindrücken. In Niederländisch gibt es noch weniger Worte um Duft und Geruch zu beschreiben, als in Deutsch.

Wir kennen z.B. Duft, Geruch, Gestank und ein paar lyrische Begriffe wie Brodem. Doch stellen Sie sich vor, es ist möglich mit sehr kurzen Worten Kerncharakteristika, wie z.B. die Nützlichkeit oder Gefährlichkeit eines duftenden Gegenstandes oder Orts zu umschreiben.

Die beiden Forscherinnen beobachteten in ihrer Studie die Sprache der Maniq, eines Nomadenvolkes in Thailand. Diese Leute schaffen es mit zwei-drei kurzen Worten zu Beschreiben, ob etwas Essbar ist, ob es Heilsam ist, ob es schädlich ist, woran es erinnert.

So ist zum Beispiel eine bestimmte Affenart zwar essbar, doch wenn gerochen wird, dass der Affe, den man gerade erlegt hat, vorher eine für Menschen giftige Frucht gegessen hat, kommt ein Wörtchen hinzu, welches übersetzt heißt „hat schon viele umgebracht.“

Den Geruch in einem Hamburger Restaurant könnten wir also umschreiben wie

„Trockener Platz zum gemeinsam Fleischbreibraten mit Blättern Essen, doch nicht zu viel, weil nicht nährend und auf vielen Ebenen schädlich“

und würden damit alle wichtigen Eigenschaften eines Hamburgerrestaurants umschreiben. Die Maniq brauchen dafür drei Wörter, die sich nicht wie in meinem Beispiel auf den Platz und das dargebotene Beziehen, sondern auf den Geruch des Platzes und des Hamburgers.

Wie würden die Maniq wohl Parfums beschreiben?

Hier der Link zur Studie (klick)