Langsamer Abschied von Zitrone und Orange?

Agrumenoele

Orangen und Zitronen werden seltener. Nicht nur der Zitrusduft ist in Gefahr.

AgrumenoelePomeranzenarten kommen ursprünglich aus Südost-Asien. Seit ein paar Jahren kommt von dort auch der Erreger der „Huanglongbing“ Krankheit, die nachdem sie 2/3 der Ernten in Thailand vernichtet hat, nun 70% der Florida-Zitrusfrucht Bäume befallen hat. Europa ist noch verschont.

Zitrusfrüchte zählen seit Jahrtausenden als wichtige Lieferanten der Parfumeure. Aus den weißen Blüten entsteht das kostbare Neroli. Aus den Früchten und ihren Schalen eben entsprechende Fruchtöle. Lästermäuler sagen „und aus dem ganzen Rest Pettit Grain.“

Doch auch als leicht verfügbarer Vitaminspender stehen unzählige Pommeranzenarten zur Verfügung. Nun setzt ein schon lange bekannter Erreger der internationalen Frucht-, Saft- und auch der Parfumindustrie zu. Der Zitrusblattfloh ernährt sich von den Bäumen, überträgt dabei das Bakterium und wenige Zeit später werden die Früchte unbrauchbar, der Baum muss gefällt werden, damit die Krankheit sich nicht schneller ausbreitet.

Von Asien ist der Weg des Erregers über Südamerika, nun nach Nordamerika nachzuzeichen. Bioproduzenten ziehen spürbar die Preise an. Dem Bakterium ist bisher kein Mittel entgegen gestellt. Nun läuft die Forschung in zwei Richtungen. Zum einen wird über genveränderte, resistente Pomeranzenarten nachgedacht und zum anderen wird mit dem Aussetzen von Wespen experimentiert, die die Flöhe zur Eiablage nutzen und somit töten. Die Flöhe vermehren sich jedoch schneller als die Wespen.

Ein interessanter Artikel vom Industrieverband Agrar über das Thema findet sich hier (klick).

Im Namen des Verbandes ist die Lösung des Phänomens verschlüsselt: Aus der Landwirtschaft ist eine Industrie geworden. Wenn hier nicht in den nächsten Jahren ein umweltverträglicher Weg eingeschlagen wird, kann es sein, dass solche vorher stark regional beschränkten Phänomene wie Huanglongbing nicht nur Parfumressourcen knapp werden lassen.